Weniger Straftaten, doch schwere Unfälle bleiben
Polizei meldet für 2025 einen leichten Kriminalitätsrückgang im Emsland und in der Grafschaft Bentheim – bei Verkehrsunfällen bleiben Tempo und E-Scooter ein Problem.

Die Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim hat in Lingen die Polizeiliche Kriminalstatistik sowie die Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2025 vorgestellt. Die Bilanz fällt insgesamt positiv aus, gleichzeitig verweist die Polizei auf weiterhin bestehende Handlungsfelder in der Prävention und im gemeinsamen Vorgehen mit Institutionen und Bevölkerung.
Kriminalität geht zurück
Die Kriminalitätsentwicklung ist im Jahr 2025 rückläufig. Registriert wurden 24.864 Straftaten, das entspricht einem Minus von 3,31 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Aufklärungsquote lag mit 66,46 Prozent auf einem konstant hohen Niveau.
Der Leiter des Kriminaldienstes, Martin Lammers, bewertet die Entwicklung als positives Signal, verweist aber zugleich auf fortbestehende Anforderungen. Prävention bleibe ein zentraler Bestandteil der Arbeit.
Bestimmte Deliktsbereiche weiter im Fokus
Besondere Aufmerksamkeit gilt laut Polizei ausgewählten Deliktsbereichen. Zunahmen gab es bei Straftaten zum Nachteil älterer Menschen. Dabei treten nach Angaben der Polizei zunehmend professionelle Vorgehensweisen der Täter in den Vordergrund.
Auch bei Messerangriffen sieht die Polizei einen klaren Schwerpunkt für Prävention. Konflikte könnten sehr dynamisch eskalieren, weshalb frühzeitige Aufklärungsarbeit als unerlässlich beschrieben wird.
Die Polizei setzt in diesen Bereichen auf:
Gleichzeitig ruft die Polizei auch Bürgerinnen und Bürger dazu auf, mit umsichtigem Verhalten zur eigenen Sicherheit beizutragen.
Verkehrsunfälle nahezu konstant, schwere Folgen bleiben Thema
Auch bei der Verkehrssicherheit bleibt das Bild gemischt. Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle lag mit 8.942 Fällen nahezu unverändert. Sorgen bereitet jedoch weiterhin die Zahl der schweren Unfälle.
Im Jahr 2025 wurden 333 schwere Verkehrsunfälle registriert. Dabei verloren 23 Menschen ihr Leben, 354 Personen wurden schwer verletzt.
Der Leiter Einsatz, Robert Raaz, macht deutlich, dass jeder schwere Verkehrsunfall einer zu viel sei. Als zentrale Ursache nennt die Polizei insbesondere überhöhte Geschwindigkeit.
Geschwindigkeitsüberwachung zeigt Wirkung
Ein wichtiger Baustein der Verkehrssicherheitsarbeit sind die gemeinsam mit den Landkreisen umgesetzten Geschwindigkeitsüberwachungsstrecken. Seit dem Start im Jahr 2022 werden dort gezielt unfallauffällige Strecken überwacht.
Nach Angaben der Polizei zeigen die bisherigen Ergebnisse eine deutliche Reduzierung schwerer Verkehrsunfälle auf diesen Strecken. Damit wird der Ansatz als wirksamer Beitrag zur Unfallprävention bewertet.
E-Scooter-Unfälle nehmen weiter zu
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung bei E-Scooter-Unfällen. Diese sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen und haben sich im Jahr 2025 erneut erhöht. Besonders auffällig ist die hohe Quote verletzter Personen.
Fazit der Polizei: Positive Entwicklung mit klaren Aufgaben
Die Polizeiinspektion zieht ein differenziertes Fazit: Während sich die Kriminalitätsentwicklung insgesamt positiv entwickelt, bestehen in einzelnen Bereichen weiterhin Herausforderungen. Daraus leitet die Polizei den Bedarf an konsequentem Handeln und gezielter Prävention ab.
Der abschließende Appell richtet sich an Bevölkerung und Kommunen gleichermaßen: Sicherheit sei eine gemeinsame Aufgabe. Aufmerksamkeit, Verantwortungsbewusstsein und die Unterstützung präventiver Maßnahmen seien entscheidend, um das Emsland und die Grafschaft Bentheim sicher zu halten.
Weitere Zahlen in den Handouts
Weitere Angaben verweist die Polizei auf die beiden Handouts zur Kriminal- und Verkehrsunfallstatistik 2025.
Rückfragen: Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim
Außerhalb der Geschäftszeiten verweist die Polizei auf die örtlich zuständige Polizeidienststelle.
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