Musikalische Lesung in Delmenhorst mit Leyla Bektas
Die Bremer Autorin liest am 22. Mai in der Stadtbücherei aus ihrem Familienroman – begleitet von David Niedermayer an der Oud.

In der Stadtbücherei Delmenhorst steht am Freitag, 22. Mai, eine musikalische Lesung auf dem Programm. Zu Gast ist die Bremer Autorin Leyla Bektas, die aus ihrem Familienroman „Wie meine Familie das Sprechen lernte“ liest. Begleitet wird sie von David Niedermayer, dessen Spiel Klänge orientalischer Musik in den Abend einbringt. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr, Einlass ist ab 19 Uhr. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist erforderlich.
Familiengeschichte, Herkunft und Identität im Mittelpunkt
Der Roman von Leyla Bektas greift Fragen nach Herkunft, Sprache und Identität auf. Im Zentrum steht die Figur Alev, die in Köln lebt und bisher jeden Sommer bei ihrer türkischen Familie verbracht hat. Sie fragt nach der Geschichte ihres Vaters, der in den 1970er-Jahren als linksaktivistischer Student nach Deutschland migrierte. Auch die Gründe dafür, dass das erfolgreiche Textilunternehmen ihres Onkels Cem in Istanbul zerbrach, werden in der Erzählung aufgegriffen.
Während Alev Originaltöne ihrer Verwandten sammelt, spitzt sich zugleich die politische Lage in der Türkei nach dem gescheiterten Putschversuch 2016 zu. Die Lesung stellt damit nicht nur eine persönliche Familiengeschichte vor, sondern auch eine Erzählung über Erinnerung und den Umgang mit Herkunft.
Autorin mit biografischem Bezug zum Thema
Leyla Bektas wuchs als Tochter einer Mutter und eines türkischen Vaters in Bremen auf. Sie studierte Romanistik und später am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Ihre Familie gehört zur alevitischen Minderheit, deren Geschichte und Identität oft im Verborgenen bleiben. Aus dem Wunsch heraus, diese familiären Wurzeln sichtbar zu machen, begibt sich Bektas in ihrem Roman auf persönliche Spurensuche.
Die Lesung bietet damit einen Einblick in ein Werk, das persönliche Erfahrungen, familiäre Erinnerung und gesellschaftliche Fragen miteinander verbindet.
Musikalische Begleitung mit orientalischen Klangwelten
Für den musikalischen Teil des Abends sorgt David Niedermayer. Er ist Musiker, Komponist und Pädagoge mit besonderer Leidenschaft für Klangwelten des Orients. Gespielt wird auf der Oud, einer Orientalischen Knickhalslaute, die als Königin der orientalischen Musik gilt und als Ursprungsinstrument vieler europäischer Lauten und Gitarren beschrieben wird.
Einordnung der musikalischen Gestaltung
Niedermayer präsentiert seine Makam-Kompositionen im modalen Stil mit Einflüssen aus der Türkei, Griechenland, Syrien und darüber hinaus. Die Veranstaltung verbindet damit Literatur und Musik zu einem intensiven Hörerlebnis zwischen Tradition und Gegenwart.
Teil der Aktionswoche „Zusammenhalt & Vielfalt“
Mit der musikalischen Lesung beteiligt sich die Stadtbücherei an der Aktionswoche „Zusammenhalt & Vielfalt“. Unter dem Motto „Zusammenhalt Vielfalt“ lädt die Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe der Stadt Delmenhorst Interessierte ein, gemeinsam ein sichtbares Zeichen für Toleranz, Offenheit und Respekt zu setzen.
Im Mittelpunkt der Aktionswoche steht in der Zeit vom 18. bis 23. Mai die Wanderausstellung „ToleranzRäume“. Sie wird als interaktive Erlebniswelt auf der sogenannten Hertie-Fläche an der Langen Straße gezeigt.
Termin und Anmeldung
Die Veranstaltung findet in der Stadtbücherei in der Langen Straße 1a im City-Center statt. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist jedoch erforderlich.
Die Stadtbücherei stellt zudem drei honorarfreie Fotos für die Berichterstattung zur Verfügung: von Autorin Leyla Bektas, von Musiker David Niedermayer sowie vom Buchcover „Wie meine Familie das Sprechen lernte“.
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