Kultur als geistige Infrastruktur: Wolfgang Beckermann bei der Mitgliederversammlung des Landschaftsverbandes Osnabrücker Land

Wolfgang Beckermann betont bei der Mitgliederversammlung des Landschaftsverbandes Osnabrücker Land Kultur als geistige Infrastruktur und warnt vor Kürzungen.

Von Presse-Service.de1 Min. Lesezeit

Bei der Mitgliederversammlung des Landschaftsverbandes Osnabrücker Land e. V. hat Wolfgang Beckermann, Erster Stadtrat der Stadt Osnabrück und Vorsitzender des Landschaftsverbandes, die Bedeutung von Kultur für eine freie und demokratische Gesellschaft betont.

„Kultur ist nicht die angenehme Begleitmusik einer funktionierenden Demokratie. Sie gehört zu ihrer geistigen Infrastruktur“, sagte Beckermann. Kunst und Kultur eröffneten Räume für Widerspruch, Perspektivwechsel und gesellschaftliche Debatten. Kultur halte Widersprüche aus und ermögliche Zweifel, Ambivalenz und neue Perspektiven.

Als besondere Stärke des Landschaftsverbandes bezeichnete Beckermann dessen Rolle als „Institution des Dazwischen“. Der Verband verbinde Stadt und Landkreis, vernetze Kulturschaffende und Institutionen und ermögliche durch die Bündelung verschiedener Fördermittel Projekte und Kooperationen. „Wir geben nicht einfach Geld aus. Wir vervielfachen Wirkung.“

Mit Blick auf den zunehmenden Druck auf die öffentlichen Haushalte warnte Beckermann davor, Kulturförderung zum Gegenstand kurzfristiger Einsparungen zu machen. „Bei der Kultur darf der Rotstift nicht zum politischen Konzept werden“, sagte er. Kulturelle Infrastruktur schaffe Räume für Begegnung, Erinnerung, Widerspruch und neue Ideen.

Die Mitgliederversammlung stand zugleich im Zeichen eines bevorstehenden personellen Umbruchs. Beckermann wird zum 1. November aus seinem Amt als Erster Stadtrat und Kulturdezernent der Stadt Osnabrück und damit auch aus dem Vorsitz des Landschaftsverbandes ausscheiden. Den Vorsitz übernimmt turnusgemäß Matthias Selle, der im kommenden Frühjahr ebenfalls in den Ruhestand wechseln wird. Geschäftsführerin Dr. Susanne Tauss wird zum 1. Oktober 2027 in den Ruhestand gehen.

Beckermann äußerte sich dennoch zuversichtlich. Alle Nachfolgerinnen und Nachfolger würden ein wohlbestelltes Haus vorfinden. Mit den bestehenden Strukturen und der langjährigen Erfahrung von Dr. Hermann Queckenstedt im Vorstand seien gute Voraussetzungen für die Kontinuität des Verbandes gegeben.

Zum Abschied formulierte Beckermann seinen Anspruch an die Kulturförderung so: Nicht zu bestimmen, was in der kulturellen Landschaft wachsen solle, sondern dafür zu sorgen, dass überhaupt etwas wachsen könne.

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