Vortrag in Osnabrück beleuchtet Folgen des Radikalenerlasses
Welche Folgen hatte der sogenannte „Radikalenerlass“ für Menschen im Raum Osnabrück? Dieser Frage widmet sich der erste Vortrag der neuen Staffel „Geschichte konkret“ des Historischen Vereins. Wilfried Knauer aus Hannover spricht am 29. Oktober um 18.30 Uhr im Museumsquartier Osnabrück. Der Eintritt ist frei.
Die Regelungen gingen auf eine Empfehlung der Ministerpräsidenten der Länder und des Bundeskanzlers vom 28. Januar 1972 zurück. Bewerberinnen und Bewerber sowie Beschäftigte des öffentlichen Dienstes sollten auf ihre „Verfassungstreue“ überprüft werden. Zwischen 1972 und 1990 überprüfte der Verfassungsschutz in Niedersachsen mehr als 175.000 Personen. Die Einstellungsbehörden lehnten daraufhin mehr als 141 Bewerbungen ab; außerdem wurden 62 Beamte und Angestellte wegen angeblich mangelnder Verfassungstreue entlassen.
Im damaligen Regierungsbezirk Osnabrück und ab 1978 im Regierungsbezirk Weser-Ems waren mindestens 91 Männer und Frauen betroffen. Die meisten hatten sich um eine Lehrerstelle beworben. Gegen fünf bereits im öffentlichen Dienst beschäftigte Personen wurden Überprüfungs- und Disziplinarverfahren eingeleitet, auch mit dem Ziel einer Entlassung.
Knauer will anhand von Quellen aus dem Niedersächsischen Landesarchiv die regionalen Fälle und die Umsetzung des Erlasses in Osnabrück und Umgebung darstellen. Der Verein für Geschichte und Landeskunde von Osnabrück setzt die Vortragsreihe gemeinsam mit dem Museumsquartier über den Jahreswechsel 2026/27 fort.
Der Vortrag findet im Museumsquartier Osnabrück, Lotter Straße 2, 49078 Osnabrück, statt. Weitere Informationen bietet die Website des Museumsquartiers Osnabrück.
Eigene Anzeige
Hier könnten Ihre Neuigkeiten stehen
Erreichen Sie Menschen in dieser Region – transparent als Anzeige gekennzeichnet.