Fachtag zu digitalen Medien und dem jugendlichen Gehirn
Der Landkreis Nienburg hat am Donnerstag, 24. September 2026, im Kulturwerk Nienburg die Fachtagung „Klicken.Lernen.Leben – Medienkompetenz sicher gestalten“ veranstaltet. Eingeladen hatte das Netzwerk „Frühe Hilfen – Kinderschutz“ Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendarbeit im Landkreis. Im Mittelpunkt standen die neurobiologischen Auswirkungen und Risiken übermäßiger Nutzung von Cyber-Medien auf das heranwachsende Gehirn.
Zur Begrüßung verwies Sozialdezernentin und Kreisrätin Kathrin Woltert auf die Ambivalenz digitaler Medien. Sie sagte: „Es sind immer die zwei Seiten der Medaille zu betrachten. Auf der einen Seite erleben wir kreative, digitale Schulprojekte, auf der anderen Seite die ständige Ablenkung im Alltag. Ein wenig Orientierung soll der heutige Tag bringen.“
In seinem Impulsreferat sprach Dr. Frank M. Fischer, Oberarzt der jugendpsychiatrischen Suchtstation „Teen Spirit Island“ in Hannover, über die Folgen exzessiver Mediennutzung für die Entwicklung junger Menschen. Er erläuterte die Auswirkungen von Likes, Klicks und dauerhaftem Bildschirmkonsum auf das Belohnungssystem im Gehirn sowie mögliche Folgen für Konzentration, Gedächtnis und emotionale Selbstregulation. Fischer plädierte dafür, Jugendliche durch Psychoedukation zu „Experten ihres eigenen Gehirns“ zu machen.
Ergänzt wurde der Fachtag durch eine Ausstellung der Sozialpädagogikschule Nienburg und insgesamt neun praxisorientierte Workshops. Die Veranstaltung endete mit einem Dank an die mehr als 100 Teilnehmenden sowie an die Referentinnen und Referenten, die das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchteten und Impulse für die Praxis gaben.
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