Landkreis Stade erhält das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“

Der Landkreis Stade ist als erster Landkreis in Deutschland mit dem Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ ausgezeichnet worden. Die Verleihung erfolgte am heutigen Sonntag, dem Weltkindertag. Mit dem Siegel würdigt der Verein Kinderfreundliche Kommunen die Verabschiedung eines Aktionsplans, der die kommunale Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention zum Ziel hat.
Mit der Auszeichnung verpflichtet sich der Landkreis Stade nach eigenen Angaben, die Rechte von Kindern und Jugendlichen zu stärken und sich einem regelmäßigen Prüfverfahren zu stellen. Das Siegel vergibt der von UNICEF Deutschland und dem Deutschen Kinderhilfswerk getragene Verein Kinderfreundliche Kommunen. Es steht für eine Selbstverpflichtung des Landkreises zu mehr Kinderfreundlichkeit und für das Ziel, die festgelegten Maßnahmen innerhalb von drei Jahren umzusetzen.
Rechte von Kindern und Jugendlichen im Mittelpunkt
Landrat Kai Seefried erklärte, der Landkreis rücke die Kinderrechte ins Zentrum seines Handelns. Als erster Kinderfreundlicher Landkreis bundesweit sei es besonders wichtig, die Anliegen und Ideen von Kindern und Jugendlichen ernst zu nehmen und sie an Entscheidungsprozessen zu beteiligen. Mit dem Aktionsplan würden die Kinderrechte auf besondere Weise umgesetzt; zugleich sei dies ein anspruchsvoller Weg, für den er allen Unterstützenden danke.
Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend und Kinderchancen-Koordinatorin der Bundesregierung, Mareike Wulf, betonte nach der Siegelverleihung, Kinderrechte müssten in der direkten Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen sichtbar und wirksam werden. Dazu gehörten Elternhaus, Kita, Schule, Verein und Kommunalparlament. Stade gehe als erster Landkreis Deutschlands mit gutem Beispiel voran. Von der Auszeichnung profitierten nicht nur junge Menschen im Landkreis, sondern auch ihre Familien und der gesamte Landkreis.
Dominik Bär, Geschäftsführer des Vereins Kinderfreundliche Kommunen, hob hervor, dass mit dem Landkreis Stade erstmals ein Landkreis in Deutschland das Siegel erhalte. Dies setze ein starkes Zeichen dafür, dass Kinderrechte nicht an Stadtgrenzen enden, sondern auch auf Landkreisebene verbindlich umgesetzt werden können. Besonders positiv bewertete er die Weiterentwicklung der Beteiligung, unter anderem durch neue Beteiligungsformate, ein kreisweites Beteiligungskonzept und die Stärkung des Kreisschülerrats.
Auch die Sachverständigen des Vereins, Anika Meenken, Christian Roeder und Christina Kruse, lobten den Aktionsplan. Sie verwiesen auf Maßnahmen wie landkreisweite offene Jugendarbeit, bessere Zugänge zu Freizeitorten und die Förderung aktiver Mobilität. Diese sollten wichtige Voraussetzungen für ein kinderfreundliches Aufwachsen schaffen und Beteiligung dauerhaft im Verwaltungshandeln verankern.
Programm läuft über vier Jahre
Das Programm „Kinderfreundliche Kommune“ läuft vier Jahre und kann anschließend verlängert werden. Im ersten Jahr werden eine Bestandsaufnahme und Beteiligungsverfahren mit Kindern und Jugendlichen durchgeführt, um den Aktionsplan vorzubereiten. Nach der Bestätigung durch die politische Vertretung prüft der Verein den Aktionsplan und vergibt das Siegel für die folgenden drei Jahre.
Nach Angaben des Vereins begleitet „Kinderfreundliche Kommunen“ Städte, Gemeinden und Landkreise seit mehr als zehn Jahren bei der lokalen Umsetzung der Kinderrechte. Die UN-Kinderrechtskonvention wurde vor mehr als 30 Jahren von Deutschland ratifiziert. Mehr als 60 Kommunen haben sich dem Vorhaben bereits angeschlossen, darunter Köln, Potsdam, Regensburg, Stuttgart und Wolfsburg. Das Programm basiert auf den internationalen Erfahrungen aus der Child Friendly Cities Initiative von UNICEF, die in diesem Jahr 30-jähriges Jubiläum feiert.
Gefördert wird das Programm vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
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