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Lingen ehrt Harry Kramer mit eigenem Platz

Zum 100. Geburtstag wird der Platz an der Kunsthalle nach dem berühmten Künstler und Hochschullehrer benannt

Lingen ehrt Harry Kramer mit eigenem Platz
Bild zum Beitrag© Redaktion Lingen (Ems)Bild 1 von 5

Die Stadt Lingen hat einen besonderen Anlass genutzt, um das kulturelle Andenken an einen ihrer bedeutendsten Söhne zu ehren: Anlässlich des 100. Geburtstags des Künstlers Harry Kramer wurde der Platz an der Kunsthalle Lingen offiziell als Harry-Kramer-Platz eingeweiht. Mit dieser Namensgebung setzt die Stadt ein sichtbares Zeichen der Wertschätzung für das künstlerische Lebenswerk und Vermächtnis von Harry Kramer.

Ehrung eines außergewöhnlichen Künstlers

Oberbürgermeister Dieter Krone unterstrich bei der Einweihungsfeier die Bedeutung von Harry Kramer für Lingen: „Damit würdigen wir eine bedeutende Persönlichkeit unserer Stadt“, sagte er. 2025 hätte der Künstler seinen 100. Geburtstag gefeiert – Anlass genug, sein Schaffen erneut in das kollektive Gedächtnis der Stadt zu rufen.

Harry Kramers künstlerische Laufbahn

Meike Behm, Leiterin der Kunsthalle Lingen, gab einen Einblick in das Leben und Wirken von Harry Kramer. Kramer – 1925 in Lingen geboren, 1997 verstorben – war nicht nur Tänzer und Bildhauer, sondern auch Hochschullehrer. Mit seinen Drahtplastiken in den 1960er Jahren sorgte er für Aufmerksamkeit und nahm 1964 an der renommierten documenta 3 teil.

Zu Beginn der 1970er Jahre folgte der Ruf als Professor an die Kunsthochschule Kassel. Dort entfaltete Kramer seine künstlerische Vielseitigkeit und entwickelte großformatige Installationen sowie innovative Kunstaktionen, die zahlreiche Studierende und Kollegen prägten.

Bedeutende Projekte und die Nekropole im Kasseler Habichtswald

Ein zentrales Werk Kramers stellt die Nekropole im Kasseler Habichtswald dar, die in den 1990er Jahren entstand. Innerhalb dieses Projekts gestalteten Künstlerinnen und Künstler wie Rune Mields, Timm Ulrichs, Fritz Schwegler und Werner Ruhnau individuelle Grabmäler. Das jüngste Grabmal aus diesem Zusammenhang stammt von Gunter Demnig und wurde im Jahr 2011 realisiert.

Anerkennung im Kreis der Wegbegleiter

Die Einweihungsfeier wurde von einer vielfältigen Gästeschar begleitet, darunter politische Vertreter, Verwaltung, der Vorstand des Kunstvereins sowie zahlreiche Wegbegleiter und ehemalige Schüler von Harry Kramer. Damit wurde deutlich: Sein Wirken hat über die Stadtgrenzen hinaus gewirkt und bleibt in den Köpfen vieler Menschen präsent.

Formaler Beschluss und Bedeutung für die Stadt

Der Beschluss zur Benennung des Platzes wurde bereits am 26. September 2024 vom Kulturausschuss der Stadt Lingen gefasst. Durch die nun erfolgte offizielle Einweihung erhält das künstlerische Erbe von Harry Kramer einen festen Ort im Stadtbild. Dies dient nicht nur der Würdigung der Vergangenheit, sondern inspiriert zukünftige Generationen, sich weiter mit Kunst und Kultur auseinanderzusetzen.

Mit dem Harry-Kramer-Platz setzt Lingen ein Zeichen dafür, wie wichtig die Erinnerung an lokale Persönlichkeiten für das gesellschaftliche und kulturelle Selbstverständnis einer Stadt sein kann.

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