Northeim sagt Nein zur Praxis-Zusammenlegung
Stadt kritisiert geplante Schließung in Einbeck und fordert wohnortnahe medizinische Versorgung
Die Stadt Northeim hat mit einer klaren und einstimmig verabschiedeten Resolution auf die Pläne der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) reagiert. Im Zentrum steht die geplante Zusammenlegung der Bereitschaftsdienstpraxen in Einbeck und Northeim, die künftig nur noch in Northeim stattfinden soll. Diese Entscheidung ruft bei Stadtverwaltung und Rat erhebliche Besorgnis hervor.
Resolution für wohnortnahe medizinische Versorgung
Der Rat der Stadt Northeim betont die Notwendigkeit einer guten, lokalen Gesundheitsversorgung. In der verabschiedeten Resolution werden mehrere Forderungen an die KVN formuliert:
Verschlechterung der Versorgung für Bürgerinnen und Bürger
Kritikpunkt der Stadt ist insbesondere, dass die KVN-Entscheidung ohne Zustimmung des Stadtrats, des Landkreises sowie weiterer politischer Gremien gefallen ist. Die Auswirkungen könnten einschneidend sein: Mit der Schließung des Einbecker Standorts verlängern sich die Wege für viele Menschen im westlichen und nordwestlichen Landkreis deutlich.
Auch für Northeim selbst sind die Folgen spürbar. Eine höhere Anzahl Patientinnen und Patienten am Standort Northeim könnte zu längeren Wartezeiten führen. Die Notaufnahmen der umliegenden Krankenhäuser wären stärker belastet. Besonders problematisch scheint, dass weniger dringende Fälle eher den Rettungsdienst in Anspruch nehmen könnten, wodurch die Einsatzkräfte zusätzlich gefordert wären.
Herausforderungen für Infrastruktur und Rettungsdienste
Die Stadt rechnet mit zusätzlichen Belastungen für die Infrastruktur rund um das Helios Albert-Schweitzer-Krankenhaus sowie für Rettungs- und Hilfsorganisationen. Gerade für ältere und weniger mobile Menschen steigt das Risiko, dass die notwendige medizinische Versorgung nicht mehr rechtzeitig erreicht werden kann.
Appell zu partnerschaftlichem Dialog
Bürgermeister Simon Hartmann unterstreicht die Bedeutung konstruktiver Gespräche:
„Ich wünsche mir jetzt klare, konkrete Gespräche auf regionaler Ebene, eine Lösung, die die Erreichbarkeit der medizinischen Versorgung vor Ort verbessert und nicht verschlechtert. Zudem gilt es, zu einem partnerschaftlichen Dialog auf Augenhöhe zurückzukehren.“
Die Resolution wird an das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung, das Bundesministerium für Gesundheit, den Landkreis Northeim sowie die regionalen Abgeordneten weitergeleitet.
Die nächsten Wochen dürften entscheidend sein, um eine für die Region tragfähige Lösung im Sinne aller Betroffenen zu finden und den Erhalt der wohnortnahen medizinischen Versorgung sicherzustellen.
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